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Chalkidiki - Nikiti 2021

Dateigröße: 15.2 MB / Format: video/mp4

Törnbericht von Rainer & Helen

Um den Mittelfinger – Chalkidiki/Nikiti 2021

Ein Boot in Heiligenhafen war schon reserviert, aber das Wetter hat uns kurzfristig nach Nikiti umgeleitet. Mit 2mal Handgepäck pro Person und Maske auf der Nase war der Security Checkin im neuen Flughafen gefühlt doch etwas langwieriger als gewohnt. Im Flugzeug trafen wir dann unsere Lieblingsgriechen aus dem Santorini in Eichwalde. Athina und Panos saßen eine Reihe hinter uns, gleich zu Beginn eine angenehme Überraschung ;-)

Angekommen wurden wir von Alexis „standesgemäß“ im Jaguar abgeholt ;-) und haben auf dem Weg zum Hafen wie dort üblich gleich alle Einkäufe erledigt. Dieser Service wird von Albatros Yachting obligatorisch angeboten und ist der zweitbeste, den wir auf unseren Reisen erlebt haben. (Besser war nur die bereits nach unseren Wünschen bestückte Yacht auf Guadeloupe, die wir glücklicherweise noch 2020 kurz vor Corona genießen durften.) Zu zweit war diese Aktion aber sowieso entspannt wie nie. Die Yachtübernahme fand noch am gleichen Abend statt, so dass wir am nächsten Morgen etwa um 10:00Uhr als erste den Hafen verlassen konnten.

Kaum aus dem Hafen blies uns ein angenehmer warmer Wind um die Nase, genug um gleich festzustellen, dass unsere 35er Dufour namens Alcyone ohne Fock bei dem Wind kaum steuerbar ist. Mit bis zu 7.4kn bei Halbwind waren wir für die Größe sehr zufrieden und schon am frühen Nachmittag an unserem ersten Ziel, Koufus. Dort war dementsprechend noch viel Platz. Der Ankergrund ist hier etwas schwierig, aber schon beim zweiten Versuch waren wir fest. 2019 haben wir schon einmal als Skipperpäarchen 2x je eine Woche mit Crew diese Tour unternommen. Damals hat der Besitzer unseren Lieblingsrestaurants hier sogar ein Bild von Rainer gemacht, um es an seine Gästewand zu hängen. Zu unserer Enttäuschung gab es weder besagtes Bild, noch waren die Kellner ansatzweise so freundlich wie damals. Selbst der sonnengetrocknete Oktopus war kein Erlebnis mehr. Nach schlechten Ankererfahrungen in dieser Bucht aus 2019 war die böige erste Nacht für uns zwar unruhig, aber völlig entspannt.

Am nächsten Morgen hissten wir kaum aus dem Schutz der Berge kommend als einzige sofort die Segel. Die anderen Boote fuhren direkt unter Motor gegen die 5Bft und 1 m Welle an. Wir hatten aber dann doch den Anspruch, unser Segelboot auch als solches zu nutzen und haben uns voll gerefft auf die Kreuz begeben. Zur Belohnung sind ein paar Delfine auf unserer Bugwelle geritten. Für Bilder blieb aber leider keine Zeit. Unser Tagesziel, die blaue Lagune von Koukous erreichten wir dann erst spät und irgendwann auch mit Motorunterstützung. Dafür waren wir ganz allein und blieben den nächsten Tag zum Schnorcheln und Baden in der Mischung aus Seychellen, Karibik und Griechenland. Wenn der Wind auffrischte, kam uns das Wasser wie eine wärmende Badewanne vor.

Dann war es schon wieder Zeit für den Rückweg und wir entschieden uns für Sykia. Auch hier hatten wir 2019 eine unruhige Nacht mit viel Schwell und einem seekranken Crewmitglied. Die Windvorhersage war aber positiv. Die in der Karte beschriebene Taverne entpuppte sich dann als typisch griechischer Pizzaimbiss mit immerhin sehr netter Bedienung. ;-)

Als vorletzte Etappe hatten wir uns Panos Fischrestaurant empfehlen lassen. Der Betonsteg war aber leider nicht zur Übernachtung gedacht. Auch wenn es nicht gewünscht war, ankerten wir windbedingt direkt mit Sicht auf das Restaurant. Das Essen war toll und man konnte nachvollziehen, dass die Leute im Sommer wohl angestanden hatten, um einen Platz zu bekommen. Dementsprechend übersättigt agierte dann aber auch das Personal…

Für den Weg zurück hatten wir viel Zeit und konnten uns zeitwiese 3kn Fahrt und einen Badestopp leisten. Die Abnahme erfolgte reibungslos. Der Taucher, der dort in die Suppe tauchen muss, kann einem einfach nur leidtun.

Das Boot muss am Abgabetag um 9:00Uhr verlassen werden. Nach einem ausgiebigen Frühstück im Restaurant, verbrachten wir den Tag am Strand und trafen uns mit der deutsch-griechischen ehemaligen „Einkaufsbegleiterin“ von 2019 zum Eis essen. Sie erzählte von den „verrückten“ Deutschen im alten Dorf, die sich am Abend gemeinsam zum Singen von griechischen Liedern
verabredet haben. Das wäre sicher ein schöner Abschluss gewesen. ;-)

Eine Schrecksituation gab es dann aber doch noch. Als wir zum Hafen zurückkamen, war die für das Gepäck vorgesehene Plattform leer an der Stelle, wo wie unser Gepäck abgestellt hatten. Die Panik in den Augen von Manolo bestätigte dann auch die Situation. Er hatte aber gleich die richtige Idee. Unsere Taschen waren zum Glück nicht bereits im Taxi zum Flughafen, sondern auf einem neu übernommenen Boot. Eine Crew hatte einfach alles Gepäck in ihr Boot geräumt.
Das Taxi kam um 5 nach 4, während die Wolken über uns immer dicker wurden. Der Regen begann aber erst direkt zum Abschied zu Beginn der Fahrt, die wir genauso wie den Flug überlebt haben ;-).

Der neue Flughafen Schönefeld ist übrigens gar nicht so klein, wir haben immerhin ca. 15min zum
Ausgang gebraucht…

Fazit: Nächstes Jahr gleiche Zeit, gleicher Ort :-)

Author: Daniel

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